Bekotztes Wochenende

Mit dem angekotzt sein ist es so eine Sache: Ich bin von ziemlich vielen Dingen angekotzt; in jedem Fall von Felix Magath, Bayer Leverkusen und anderen Werks- und Scheichfinanzierten Retortenklubs.

Am Samstag war ich partiell auch angekotzt von meiner Tochter; aber der Reihe nach.

Am Sonntag spielte der 1.FC Köln in Sandhausen, ein Spiel, das ein dreimaliger Deutscher Meister, das weiße Ballet und Real Madrid des Westens und die Macht vom Rhein nur gewinnen konnte. Natürlich hat der FC das Spiel auch gewonnen – allerdings nur knapp. Ein passender Beitrag hierzu findet sich wie so oft in Christian Löers Blog.

Innerlich bin ich schon ein Spiel weiter, nämlich beim Spitzenspiel gegen Greuther Fürth. Die Fürther haben – wie man in Köln zu sagen pflegt: Kotzeritis, Scheißerei, Dünnschiß. Sie konnten in den letzten Tagen nicht trainieren, die Trainingsumgebung in Fürth wurde desinfiziert und sogar das Spiel am Montag schien zwischenzeitlich gefährdet. Das ist schon so eine Sache mit der Scheiße- und Kotzerei. Und damit wäre ich wieder bei Samstag.

Am Samstag wollte meine Tochter (4) bei ihren Großeltern übernachten. Abends auf dem Weg dorthin unterhielten wir uns im Auto zunächst über ziemlich wichtige Dinge, wie z.B. die Notwendigkeit, Karneval die Pippi Langstrumpf-Zöpfe mit Draht fixieren zu müssen oder die wahren Gründe, warum einige Eisdielen auch im (kalendarischen) Winter geöffnet haben.

Und plötzlich sagte meine Tochter: “Papa, mir ist schlecht.”

Zunächst keine gute Nachricht, jedoch muss man wissen, dass viele kleine Kinder – und meine Tochter ist eins davon – viele Abstufungen von “mir ist schlecht” kennen, z.B.
- ich will bei euch im Bett schlafen
- ich will überhaupt nicht schlafen
- ihr sollt mich umkümmern
- ich will das nicht essen
- ich will Schokolade essen/Kakao trinken/Kekse haben
- ich will nicht in den Kindergarten
- …

In diesem Fall war ziemlich schnell ziemlich klar, wie schlecht es meiner Tochter war: Ihr war zum Kotzen. Ich bin immer wieder überrascht, mit welchem ungeheurem Druck diese endlosen Mengen an Erbrochenem aus Kinderkörpern schießen; meine Tochter war noch so schlau, die Hand vor den Mund zu halten…aber keine Chance: Innerhalb weniger Sekunden war sie (komplett), der Kindersitz, die Hintersitze, die Rückenlehne des Beifahrersitzes, die Innenseite der hinteren Tür, die Scheibe der hinteren Tür, der Boden (und alles was auf dem Boden lag) hinter dem Beifahrersitz und vor allem: ein weiter Teil meines Ärmels vollgekotzt.

In der Folge versuchte ich bei offenem Autofenster meine Tochter zu beruhigen, so schnell wie möglich zu den Großeltern zu kommen und nebenbei mit größtmöglichem Einsatz mich nicht selber zu übergeben. Bei den Großeltern angekommen, desinfizierten Opa und ich meine immer noch heulende Tochter in der Badewanne, während meine Schwiegermutter zum Auto sprintete und mit medizinischer Sorgfalt Kindersitz und Auto reinigte.

Ich bedankte mich für die Unterstützung, packte mein über Bauchschmerzen klagendes Kind wieder ein und fuhr los. Und dann: “Papa, mir ist nicht gut.”

Zunächst keine gute Nachricht, …

Liebe Fürther, das mit dem Kotzen ist nicht schön, geht aber vorbei. Eine so ernste Sache aber vor einer abzusehenden 0:4 Niederlage als Alibi vorschieben zu wollen – pfui!

Alles für den Aufstieg 2014!

 

Ein Gedanke zu „Bekotztes Wochenende

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